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Typklassen 2026 in der Kfz-Versicherung: Was sich ändert.

Ab 2026 bekommen über 10 Millionen Autos in Deutschland neue Typklassen. Wer zahlt mehr, wer weniger — und wann sich ein Versicherungswechsel lohnt.

KFZ-Voll-Service München2 Min. Lesezeit
Typklassen 2026 in der Kfz-Versicherung: Was sich ändert

Wie jedes Jahr aktualisiert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Typklassen für die Kfz-Versicherung. Über zehn Millionen Halter in Deutschland bekommen 2026 eine neue Einstufung — was bedeutet das konkret für die Prämie?

Was sind Typklassen überhaupt?

Die Typklasse ist eine statistische Bewertung, die jährlich pro Fahrzeugmodell berechnet wird. Sie spiegelt wider, wie häufig und wie teuer Schäden bei diesem Modell in der Vergangenheit waren.

Es gibt drei Typklassen:

  • KH (Haftpflicht): 10–25 — höher = teurer
  • VK (Vollkasko): 10–34 — höher = teurer
  • TK (Teilkasko): 10–33 — höher = teurer

Zusammen mit der Regionalklasse, Ihrer Schadenfreiheitsklasse und persönlichen Faktoren ergibt sich Ihre Versicherungsprämie.

Wer ist 2026 betroffen?

Laut GDV-Statistik gibt es für 2026:

  • Höhere Typklasse für rund 6,7 Millionen Fahrzeuge → Prämie steigt
  • Niedrigere Typklasse für rund 4,3 Millionen Fahrzeuge → Prämie sinkt
  • Unverändert für den Rest

Welche Fahrzeuge werden günstiger?

Tendenziell bessere Einstufung bekommen Modelle, die in den letzten Jahren weniger Schäden verursacht haben oder bei denen Reparaturen günstiger wurden. Beispiele aus den GDV-Daten 2026:

  • Mehrere Mittelklasse-Limousinen mit gesunkenen Reparaturkosten
  • Bestimmte kompakte Crossover-SUV mit besserer Schadenstatistik
  • Familien-Vans, die statistisch unauffällig fahren

Welche Fahrzeuge werden teurer?

Höhere Typklasse — also höhere Prämie — trifft vor allem:

  • Schnelle SUV und Sportwagen mit hohen Reparaturkosten und überdurchschnittlich vielen Unfällen
  • Elektroautos mit großen Akkus: Bei Schäden am Akku-Pack sind die Reparaturkosten oft exorbitant
  • Premiumfahrzeuge mit Hightech-Ausstattung: Sensoren, Kameras, ADAS — alles teuer im Ersatz
  • Modelle mit gehäuftem Diebstahlrisiko

Wo finde ich meine Typklasse?

Sie können die Typklasse Ihres Fahrzeugs einfach prüfen:

  1. Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I): unter Ziffer 2.1 und 2.2 stehen HSN und TSN
  2. Online-Datenbank des GDV: typklasse.de mit HSN/TSN suchen
  3. Bei Ihrem Versicherer im Online-Portal nachschauen

Was passiert mit meiner Prämie?

Eine geänderte Typklasse wirkt sich frühestens zum 1. Januar 2026 aus. Ihr Versicherer informiert Sie im Herbst 2025 schriftlich über die neue Prämie für das kommende Jahr.

Bei Erhöhung: Sonderkündigungsrecht

Steigt die Prämie aufgrund neuer Typklasse, haben Sie ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht. Sie können also auch außerhalb des normalen Stichtags (30. November) wechseln.

Bei Senkung: nichts tun

Sinkt die Prämie, sparen Sie automatisch. Kein Handlungsbedarf.

Wann lohnt sich ein Versicherungswechsel?

Wir empfehlen: Jedes Jahr vergleichen. Vor allem dann, wenn:

  • Ihr Versicherer die Prämie deutlich erhöht (Sonderkündigungsrecht nutzen!)
  • Sich Ihre Schadenfreiheitsklasse verbessert hat
  • Sie umgezogen sind in eine günstigere Regionalklasse
  • Ihr Fahrzeug eine höhere Typklasse bekommen hat — andere Versicherer berechnen die Klasse manchmal anders

Vergleichsportale wie Check24, Verivox oder ADAC-Tarifrechner erledigen den Vergleich in 10 Minuten.

Praktisches Beispiel

VW Tiguan 2.0 TDI, Halter in München:

  • 2025: Typklasse KH 18 → ca. 480 € pro Jahr
  • 2026: Typklasse KH 20 → ca. 530 € pro Jahr (Schätzung)
  • Mehrkosten: ~50 €/Jahr

Bei einem Wechsel zu einem günstigeren Versicherer mit gleicher Typklasse: oft 100–200 € jährlich gespart.

Was wir empfehlen

  • Im Oktober/November 2025: Brief von Ihrem Versicherer abwarten
  • Wenn höhere Prämie: 1 Monat Sonderkündigung nutzen, vergleichen
  • Bei niedrigerer Prämie: dennoch vergleichen — andere Anbieter sind oft günstiger
  • Bei der nächsten Zulassung oder einem Halterwechsel: Versicherung sofort wechseln, das geht ohne Wartezeit

Fazit

Die Typklassen-Änderung 2026 trifft mehr als zehn Millionen Autohalter. Wer informiert ist und vergleicht, spart oft mehr als die Erhöhung kostet. 30 Minuten Aufwand im Herbst — wahrscheinlich der beste Stundenlohn des Jahres.

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