Auto verkauft, verschrottet oder einfach pausiert? Dann muss es außer Betrieb gesetzt (abgemeldet) werden. Was früher zwingend ein Behördengang war, geht heute in drei Varianten. Welche für wen passt — hier der Vergleich.
Variante 1: Online via i-Kfz
Seit 2015 (i-Kfz Stufe 1) können Sie Ihr Fahrzeug komplett online abmelden. Voraussetzungen:
- Personalausweis mit aktivierter eID-Funktion und PIN
- Smartphone mit NFC oder Kartenlesegerät
- Verdeckte Sicherheitscodes auf Fahrzeugschein und Kennzeichen-Plaketten — Sie müssen sie freirubbeln
- Konto für die Erstattung der Kfz-Steuer
Vorteile: Sie sind in 15 Minuten fertig, kein Termin, keine Wartezeit. Die Außerbetriebsetzung wird sofort wirksam und das Finanzamt erstattet anteilig die zu viel gezahlte Kfz-Steuer automatisch.
Nachteile:
- Die Sicherheitscodes auf den Plaketten sind nur einmalig nutzbar — wer sie zu früh kratzt, kann nicht mehr i-Kfz machen
- Bei Firmenfahrzeugen oft schwierig
- Bei Kennzeichenverlust nicht möglich — da brauchen Sie eine eidesstattliche Erklärung
- Sie müssen die Kennzeichen-Schilder selbst entsorgen oder zur Stempelung mitnehmen, wenn Sie sie behalten wollen
Variante 2: Selbst zur Zulassungsstelle
Der klassische Weg. Sie nehmen alle Unterlagen mit zum KVR und melden direkt ab.
Benötigt:
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
- Beide Kennzeichen
- Personalausweis
Vorteile:
- Sie haben die Abmeldebescheinigung sofort in der Hand
- Funktioniert auch bei Sonderfällen (Verlust, Firma, etc.)
- Falls Sie das Kennzeichen für eine spätere Wiederzulassung reservieren wollen, geht das direkt vor Ort
Nachteile:
- Termin nötig — in München aktuell oft 4–8 Wochen Wartezeit
- Anfahrt, Parkplatzsuche, Wartezeit beim Schalter
Variante 3: Zulassungsdienst
Sie übergeben uns Fahrzeugschein, Kennzeichen und Vollmacht — wir erledigen den Rest.
Vorteile:
- Keine Wartezeit für Sie — meist binnen 24 Stunden erledigt
- Wir haben eigene Slots bei der Zulassungsstelle, sind also unabhängig von der allgemeinen Wartezeit
- Wir kümmern uns auch um Sonderfälle (Verlust, Firma, Kennzeichenreservierung)
- Sie bekommen die Abmeldebescheinigung als PDF und im Original
Nachteile:
- Service-Pauschale on top auf die Behördengebühr (insgesamt rund 30–50 €)
Direkter Vergleich
| Kriterium | i-Kfz Online | Vor Ort | Zulassungsdienst |
|---|---|---|---|
| Aufwand für Sie | 15 Min am Computer | 1–3 h vor Ort | 5 Min Übergabe |
| Behördengebühr | ~6 € | ~10–15 € | ~10–15 € |
| Service-Pauschale | — | — | ~20–40 € |
| Geschwindigkeit | Sofort | Sofort | 1–2 Werktage |
| Wartezeit auf Termin | Keine | 4–8 Wochen | Keine |
| Sonderfälle möglich | Nur Standardfall | Alle | Alle |
Was passiert nach der Abmeldung?
- Die Kfz-Versicherung endet automatisch mit dem Abmeldedatum
- Die Kfz-Steuer wird anteilig erstattet — automatisch durch das Finanzamt
- Die Kennzeichen werden entwertet (zweimal gestempelt)
- Die Schilder können Sie behalten (zum Beispiel als Erinnerung) oder zur Entsorgung lassen
Was, wenn ich das Kennzeichen behalten will?
Für eine spätere Wiederzulassung können Sie das Kennzeichen reservieren. In München kostet das 10,20 € und gilt 12 Monate. Tipp: Sagen Sie das beim Abmelde-Vorgang gleich an.
Fazit
Für Standardfälle ist i-Kfz online die beste Wahl — schnell, günstig, unkompliziert. Wer keine eID hat, einen Sonderfall hat oder einfach keine Zeit für Behördenkrams, ist mit einem Zulassungsdienst gut beraten. Der klassische Behördengang lohnt sich nur, wenn der Termin schon steht und Sie das Kennzeichen direkt vor Ort reservieren wollen.
